Allgemeines - Written by Peter Bihr on Donnerstag, 9. Oktober, 2008 13:52 - 0 Kommentare

FES sagt: “Print Goes Electronic”

Photo Brionveghino by Flickr user ale2000“Die Strategien großer Verlagshäuser für IPTV, WebTV und Mobilkommunikation” untersucht eine aktuelle Publikation der Friedrich Ebert Stiftung (FES) namens “Print Goes Electronic”. Anhand von fünf Kernthesen untersucht Autor Andreas Vogel dabei die deutsche Verlagsszene. Seine Thesen im Überblick…

  • Die Konvergenz der Medien ist überwiegend eine technische Konvergenz digitaler Produktions- und Distributionsprozesse. Daraus folgt keineswegs automatisch eine Konvergenz der Inhalte unterschiedlicher Medien oder eine Konvergenz der Nutzung unterschiedlicher Medien.
  • Die deutschen Verlagsgruppen waren in der Vergangenheit keine erfolgreichen Betreiber von Fernsehprogrammen. Nur wenige Verlagsgruppen besitzen erfolgreiche Fernsehproduktionsunternehmen. Auch die elektronischen audiovisuellen Dienste der Zukunft, wie IPTV (Internet Protocol Television), WebTV und Mobilkommunikation, werden nicht zu Kerngeschäftsfeldern deutscher Verlagsgruppen.
  • Den größten Umsatz und das größte Nutzungsvolumen erreichen Inhalte, Beiträge und Services, die keiner redaktionellen Leistung bedürfen. Daher haben Verlage in diesen Bereichen keinerlei Wettbewerbsvorteile, es sind völlig andere Geschäftsfelder als ihre ursprünglichen.
  • Die wesentlichen zukünftigen Player im deutschen Markt sind deutsche Rundfunkveranstalter, europäische Telekommunikationsfirmen und internationale Softwareunternehmen.
  • WebTV als Webcast oder Video-Stream kann die Websites der Verlage bereichern, Live-Streams werden von den Verlagen voraussichtlich nur ereignisbezogen eingesetzt. Das mobile Angebot redaktioneller Beiträge über verlagseigene Printmarken-Adressen bleibt für die meisten Verlage dauerhaft eher Service und Marketing.

Haben Verlage also im Bereich Bewegtbild nicht zu suchen? Mitnichten. Zwar schlussfolgert Vogel, dass IPTV und WebTV für die meisten Verlage auch in Zukunft nicht zum Kerngeschäft gehören werden. Wirkliche Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Playern - von Telekommunikationfirmen bis hin zu Softwareunternehmen - an diesem Markt haben Verlage in der Regel nicht.

Dennoch können Bewegtbildinhalte die Attraktivität der Verlagswebsites erhöhen und das Verlagssortiment erweitern. Vogel verweist hier konkret auf Eventberichte, Anleitungen und ähnliche Inhalte, die den Lesern Mehrwert bieten können.

Ein erfolgversprechendes Modell könnte in diesem Bereich die Zusammenarbeit mit Fernsehproduzenten und Programmveranstaltern sein, so die Studie weiter:

Die Kooperation zwischen der WAZ-Gruppe und dem WDR beim neuen Portal DerWesten.de zeigt, dass auch jenseits aller aktuellen Aufgeregtheiten6 Lösungen möglich sind, welche die Leistungsfähigkeit der Verlage und die Leistungsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Funktionsrundfunks zum Nutzen der gesellschaftlichen Kommunikation in Deutschland verknüpfen.

Die Studie ist im Volltext als PDF abrufbar (Veröffentlichungsliste der FES).

Photo “Brionveghino” by Flickr user ale2000.



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